

"Um Wahlfreiheit zu anderen öffentlichen Angeboten und Leistungen zu ermöglichen, soll ab dem Jahr 2013 ein Betreuungsgeld in Höhe von 150,- Euro, gegebenenfalls als Gutschein, für Kinder unter drei Jahren als Bundesleistung eingeführt werden."(Koalitionsvertrag, Kapitel III Sozialer Fortschritt)
16 Verbände sind sich einig, dass ein Betreuungsgeld grundsätzlich kontraproduktiv ist und fordern daher dessen Streichung aus den Planungen der Regierungskoalition.
Das Betreuungsgeld widerspricht den Prinzipien einer modernen Gesellschaft in hohem Maße. Es konterkariert die gleichstellungspolitischen, sozialpolitischen und familienpolitischen Ziele, für die sich die Interessenvertretungen seit vielen Jahren einsetzen.
Der Ausbau der Kinderbetreuung muss höchste Priorität haben. Dabei geht es nicht nur um Plätze für unter Dreijährige, sondern auch um Ganztagsplätze für 3-6jährige Kinder, die vielerorts noch nicht vorhanden sind. Wir fordern die Bundesregierung auf, ihre Bemühungen darauf zu konzentrieren und das für das Betreuungsgeld vorgesehene Budget dafür zu verwenden.
Unterzeichnende Verbände:
Arbeitskreis Frauengesundheit in Medizin, Psychotherapie und Gesellschaft e.V. (AKF)
Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF)
Bund demokratischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler (BdWi)
Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen
Deutscher Frauenrat e.V.
DGB Bundesvorstand, Bereich Gleichstellungs- und Frauenpolitik
Deutscher Kinderschutzbund Bundesverband e.V.
Evangelische Aktionsgemeinschaft für Familienfragen e.V. (eaf)
Familienberatungszentrum Balance Berlin e.V.
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW)
IG Metall Vorstand
pro familia Bundesverband e.V.
ver.di Bundesverwaltung, Bereich Frauen- und Gleichstellungspolitik
Verband alleinerziehender Mütter und Väter, Bundesverband e.V (VAMV)
Verband binationaler Familien und Partnerschaften, (iaf) e.V.
Zukunftsforum Familie e.V. (ZFF)
Download Offener Brief im Original vom 2. Dezember 2009