

"Keine Kinderarmut in Europa" lautet das Motto der Kampagne,
die europaweit von den Alleinerziehenden-Verbänden am 16. Mai 2009 in Bern gestartet wurde. Im European Network of Single Parent Families (ENoS) arbeiten acht Verbände aus sieben Nationen zusammen.
Um Kinderarmut in Einelternfamilien wirksam zu bekämpfen, fordert das Netzwerk im Hinblick auf das Europäische Jahr 2010 gegen Armut und soziale Ausgrenzung die Umsetzung konkreter Maßnahmen: "In fast allen europäischen Ländern ist die Sozial- und Gesellschaftspolitik unzureichend. Kinder können nicht für ihr eigenes finanzielles Auskommen sorgen. Die Staaten müssen den Kindern das sozio-kulturelle Existenzminimum zur Verfügung stellen. Das Europäische Jahr 2010 ist mit einem Budget von mindestens 26 Millionen Euro ausgestattet. Die Verbände verlangen, dass ein garantierter Teil dieses Budgets für die Bekämpfung der Armut von Kindern in Einelternfamilien zur Verfügung steht", fordert die neu gewählte ENoS-Präsidentin Edith Schwab in einem Offenen Brief an die europäischen Regierungschefs.
Weitere Forderungen sind weit reichende Verbesserungen in Bezug auf den Zugang und die Struktur des Arbeitsmarkts, des Betreuungs- und Bildungsangebots für Kinder und eine Reformierung des Unterhaltsrechts. "Europaweit leben 19 Prozent aller Kinder in Armut oder an der Armutsgrenze. Diese Zahl muss in den nächsten Jahren zumindest halbiert werden und auf lange Sicht darf es gar keine Kinderarmut mehr geben. Dafür machen wir uns stark", so Edith Schwab. Im Rahmen eines internationalen Alleinerziehenden-Kongresses in Bern hat das Netzwerk ENoS seine Satzung verabschiedet und Edith Schwab, Vorsitzende des VAMV-Bundesverbands, zu seiner ersten Präsidentin gewählt.
Vizepräsident/innen wurden Sonja Bardaji aus Spanien und Dr. Roland Lüthi aus der Schweiz. Das Netzwerk wurde auf Initiative des VAMV 2007 in Berlin gegründet
Associació de Madres Solteras "Isadora Duncan" (Spanien)
Federació Catalana de Famílies Monoparentals (Spanien)
Fédération Syndicale des Familles Monoparentales (Frankreich)
Österreichische Plattform für Alleinerziehende (Österreich)
Schweizerischer Verband alleinerziehender Mütter und Väter (Schweiz)
Südtiroler Plattform für Alleinerziehende (Italien)
Sveriges Makalösa Föräldrar (Schweden)
Verband alleinerziehender Mütter und Väter (Deutschland)
Der Verband alleinerziehender Mütter und Väter (VAMV) unterstützt die Alleinerziehenden durch aktuelle Informationen, durch professionelle Beratung und durch engagierte Lobbyarbeit.
Die Vielfalt der unterschiedlichen Lebensformen spiegelt sich auch im VAMV wieder. 1,6 Millionen Alleinerziehende in Deutschland, die mit 2,2 Millionen Kindern unter 18 Jahren zusammenleben sind auf verschiedenste Art und Weise allein erziehend: Sie sind geschieden, getrennt lebend, leben in neuer Partnerschaft aber getrennten Wohnungen, sind verwitwet oder einfach ledig - ihre Interessen stehen für den VAMV im Vordergrund: eine Existenz sichernde Arbeit, eine gute Kinderbetreuung, gelingende Umgangskontakte, garantierte Unterhaltszahlungen - kurz: ein gutes Leben! Das Alleinerziehen stellt hohe Anforderungen an die Mütter und Väter und fordert ihren ganzen Einsatz und ihre ganze Persönlichkeit. Aber sie werden feststellen, dass ihr Selbstbewusstsein, ihr Durchsetzungsvermögen und ihre Zuversicht in die eigene Stärke wachsen.
Der Bundesverband
nimmt Einfluss auf die Gesetzgebung, weist mit seiner Öffentlichkeitsarbeit auf die besondere Situation Alleinerziehender und ihrer Kinder hin und vertritt in Zusammenarbeit mit anderen bundesweiten Organisationen, Institutionen und Verbänden die Interessen von Einelternfamilien. Darüber hinaus informiert er Alleinerziehende, aber auch Presse und Öffentlichkeit, in seinen sechs mal jährlich erscheinenden "Informationen für Einelternfamilien" und gibt das regelmäßig aktualisiertes Taschenbuch heraus: "Allein erziehend - Tipps und Informationen".
Preise für den VAMV-Bundesverband: Deutscher Jugendhilfepreis 1998, Deutscher Kinderrechtepreis 2002.
halten Kontakt zu Ministerien, Organisationen, Institutionen und Parteien ihres Bundeslandes und nehmen speziell auf die Landesgesetzgebung Einfluss. Sie fördern und unterstützen den Aufbau von Ortsverbänden und Kontaktstellen. Die Landesverbände führen zum Teil höchst innovative Projekte durch.
200 Regionale Ortsverbände und Kontaktstellen
dienen vor allem dem Erfahrungsaustausch und der gegenseitigen Hilfe und Unterstützung. Das Angebot der Ortsverbände und regionalen Kontaktstellen richtet sich nach den jeweiligen Wünschen und Bedürfnissen seiner Mitglieder vor Ort. Es reicht von Gesprächskreisen über Informations- und Beratungsangebote bis hin zu politischen Aktionen, um auf örtliche Missstände - wie familien- und kinderfeindlicher Wohnungsbau, mangelnde Kinderbetreuungsmöglichkeiten usw. - aufmerksam zu machen. Auch in den Ortsverbänden werden Projekte durchgeführt.