Petition: Rettungsschirm für Mutter-Kind-Kuren!

Vorher kaum vorstellbar: Die Corona-Zeit hat die hohe Belastung von Alleinerziehenden weiter potenziert. Um so wichtiger, in einer Mutter-Kind-Kur bzw. Vater-Kind-Kur neue Kraft schöpfen zu können.

Nun brauchen diese Kliniken selbst Hilfe: Viele Kliniken sind in ihrer Existenz bedroht. Denn nach kompletten Schließungen können sie nun in der Regel die Plätze wegen der Hygienekonzepte nicht voll belegen. Bis Ende September waren die Kurkliniken deshalb unter einem Corona-Rettungsschirm, um Defizite aufzufangen. Dieser Rettungsschirm ist nicht verlängert worden.

Eine Petition der Diakonie fordert den Bundesgesundheitsminister auf, den Rettungsschirm für Kurkliniken für die Zeit der Pandemie, mindestens jedoch bis zum 31.03.2021 zu verlängern: http://chng.it/dPJPfMWgBR


Problematische Inobhutnahmen

11. September 2020. Holt ein Jugendamt ein Kind aus seiner Familie und nimmt es in Obhut, ist das ein schwerer Eingriff in die Familie. Nur bei einer Kindeswohlgefährdung durch Gewalt, Missbrauch oder Vernachlässigung ist der Staat berechtigt, sein „Wächteramt“ auszuüben, um Kinder zu schützen. Aber was, wenn eine vermeintlich zu enge Mutter-Kind-Bindung einer Inobhutnahme zu Grunde liegt? Dieser Entwicklung ist der Jugendhilfeexperte Dr. Wolfgang Hammer nachgegangen. Er hat hierzu im November 2019 eine Fallstudie zu problematischen Inobhutnahmen und Fremdunterbringungen veröffentlicht. Auffällig war, dass in 39 von 42 ausgewerteten Fällen Kinder bei einer alleinerziehenden Mutter gelebt haben. Es haben sich Betroffene wie auch Fachleute (Ombudsstellen, Anwält*innen, Kinder- und Jugendärzt*innen) aufgrund der Fallstudie hin bei Dr. Hammer gemeldet. Über 600 Rückmeldungen hat er nun ausgewertet und veröffentlicht: Es verdichtet sich der Eindruck, dass problematische Inobhutnahmen bundesweit ein Problem sind: Grundlage scheint dann nicht eine belegte Vernachlässigung, Gewalt oder Missbrauch zu sein, sondern Zuschreibungen einer Überforderung der Erziehungsfähigkeit, insbesondere einer zu engen Mutter-Kind-Bindung. Überproportional betroffen sind Alleinerziehende.

Das wirft viele Fragen auf. Hammer sieht dringenden Handlungsbedarf und fordert umgehende Aufarbeitung: Durch eine Enquetekommission des Bundestags zu problematischen Inobhutnahmen.

Problematische Inobhutnahmen und Fremdunterbringungen/ Teil 2. Auswertung von 612 Rückmeldungen zur Fallstudie vom November 2019 finden sie hier.