VAMV

Modellprojekt Kinderbetreuung

Betreuungslücken schließen: Anspruch auf ergänzende Kinderbetreuung und mehr Arbeitszeitsouveränität!

Berlin/Stuttgart, 30. Mai 2018. Viele Eltern können ein Lied davon singen: Die Kita öffnet um 8:00, die Schicht beginnt um 6:00. Solche Betreuungslücken bedeuten für Alleinerziehende oft das Aus. Deshalb fordert der Verband alleinerziehender Mütter und Väter e.V. (VAMV) die Politik auf, einen Anspruch auf ergänzende Kinderbetreuung im Haushalt der Familien einzuführen sowie durch das Arbeitsrecht die Arbeitszeitsouveränität von Beschäftigten zu stärken.

Im Rahmen der Fachtagung "Betreuungslücken schließen - Chancen und Möglichkeiten ergänzender Kinderbetreuung" hat Antje Beierling vom VAMV-Landesverband NRW das Modellprojekt "Sonne, Mond und Sterne" vorgestellt. Dank der ergänzenden Kinderbetreuung früh, spät und am Wochenende konnten Alleinerziehende ihre Erwerbstätigkeit bzw. Ausbildung sichern. Als besonders positiv hob die Projektleiterin hervor, dass sich auch Teilhabe und Perspektive der Kinder verbessert haben. Auch Prof. Dr. Uta Meier-Gräwe als Mitglied des Beirats der begleitenden Evaluation stellte die Erfolgsgeschichte der Modellprojekte heraus, welche der VAMV ergänzend zu den Regeleinrichtungen in Essen, Berlin und Mainz angeboten hat: Die Zufriedenheit der Teilnehmenden mit der ökonomischen Situation sowie mit der Vereinbarkeit ist deutlich gestiegen. Meier-Gräwe regte Gutscheine für haushaltsnahe Dienstleistungen als einen gangbaren Weg an, um ergänzende Kinderbetreuung in die Fläche zu bringen.

Die Fachtagung hat gezeigt: Familienfreundliche Arbeitszeiten und Öffnungszeiten von Kinderbetreuungseinrichtungen sind zwei Seiten einer Medaille. "Wir müssen das Ganze von oben in Bewegung bringen und rechtliche Ansprüche verankern. Denn Familien sollen nicht gezwungen sein, sich einseitig den Zeitanforderungen des Arbeitsmarkts anzupassen, sondern auch die Arbeitswelt muss familienfreundlicher werden", forderte Elisabeth Küppers, VAMV-Bundesvorstand, beim abschließenden Podiumsgespräch.

Die Handlungsempfehlungen des VAMV "Betreuungslücken schließen: Bedarfsgerechte Öffnungszeiten der Regeleinrichtungen und ergänzende Kinderbetreuung auf den Weg bringen - Arbeitszeitsouveränität stärken!" können Sie hier lesen. Die Evaluation zu den Modellprojekten Ergänzende Kinderbetreuung finden Sie hier.

Der Verband alleinerziehender Mütter und Väter e.V. (VAMV) vertritt seit 1967 die Interessen der heute 2,7 Millionen Alleinerziehenden. Der VAMV fordert die Anerkennung von Einelternfamilien als gleichberechtigte Lebensform und entsprechende gesellschaftliche Rahmenbedingungen. Er tritt für eine verantwortungsvolle gemeinsame Elternschaft auch nach Trennung und Scheidung ein.

Download Handlungsempfehlungen VAMV

Download Endbericht Evaluation

Flyer VAMV-Fachtagung 2018


Modellprojekt belegt: Ergänzende Kinderbetreuung holt Alleinerziehende aus Armut!

Berlin, 12. September 2017. Die Kita schließt um fünf, die Schicht geht bis um acht - solche Betreuungslücken erschweren Eltern ihre Erwerbstätigkeit, für Alleinerziehende bedeuten sie oft das Aus. Denn Einelternfamilien haben weniger Möglichkeiten der Kompensation von Betreuungslücken als Paarfamilien. Um ihre Existenz sichern zu können, benötigen daher gerade Alleinerziehende ein flexibles Angebot an Kinderbetreuung, welches über die öffentlich bereitgestellte Betreuungsinfrastruktur hinaus geht.

Der Verband alleinerziehender Mütter und Väter e.V. (VAMV) hat in Berlin, Essen und Mainz durch Modellprojekte Alleinerziehenden eine Betreuung ihrer Kinder zu Hause außerhalb der regulären Kita- und Hortzeiten angeboten sowie ganzheitliche Beratung. Die nun vorliegende Evaluation bestätigt: Flexible und ergänzende Kinderbetreuung erhöht die Erwerbschancen und kann zur Steigerung des Erwerbseinkommens bis hin zur Unabhängigkeit von sozialen Transferleistungen führen. Finanziert wurden Modellprojekte und Evaluation von der Gütersloher Walter Blüchert Stiftung. Das Programm lief von September 2014 bis August 2017. Das Angebot war für die Alleinerziehenden kostenlos oder lediglich mit einem Minimalbeitrag pro Einsatz verbunden.

Weitere positive Effekte zeigten sich bei der Zufriedenheit der Alleinerziehenden mit der Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie mit ihrer finanziellen Situation. Darüber hinaus führte die Entlastung im Alltag zu einer Entspannung im Familienleben. Davon profitierten auch die Kinder, wie auch von der zusätzlichen Beziehung zu einer weiteren Betreuungsperson.

Die Evaluation zeigt auch, dass es überwiegend sehr wenige Stunden in der Woche sind, in denen ergänzende Kinderbetreuung notwendig ist, um die sozioökonomische Situation von Alleinerziehenden und ihren Kindern zu verbessern. Mit verhältnismäßig geringem Aufwand und Mitteln konnte somit ein hoher Nutzen erreicht werden.

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Mit ergänzender Kinderbetreuung für Alleinerziehende auf dem richtigen Weg: Evaluation liefert erste Erkenntnisse aus Modellprojekten zur Rand- und Notfallbetreuung

Berlin, 2. Dezember 2016. Der Zwischenbericht für die Evaluation des Modellprojektes zur Wirksamkeit von ergänzender Kinderbetreuung, Notfallbetreuung und Beratung von Einelternfamilien in Deutschland zeigt: Ergänzende Kinderbetreuung für Alleinerziehende ist bitter nötig und sie zeigt auch Wirkung.

 

Diese Bilanz ziehen der Verband alleiner-ziehender Mütter und Väter, Bundesverband
e. V. (VAMV), der das Projekt durchführt, und
die Walter Blüchert Stiftung, die das Projekt finanziert, in einer gemeinsamen Pressemitteilung.

Das Modellprojekt bietet den teilnehmenden Alleinerziehenden Beratung, Coaching und eine Betreuung ihrer Kinder in Randzeiten an, wenn öffentliche Betreuungseinrichtungen geschlossen sind. Je nach Projektschwerpunkt werden in den drei Bundesländern verstärkt Hol- und Bringdienste, die Betreuung der Kinder durch Betreuungspersonen im Haushalt der Alleinerziehenden oder umfassende Coachings angeboten und durchgeführt.

Gestartet im September 2014, läuft das Projekt seit nunmehr über zwei Jahren und wird vom VAMV Bundesverband evaluiert.

Die Evaluation wird von einem externen wissenschaftlichen Beirat begleitet, um die Wirkung flexibler ergänzender Kinderbetreuung auf die wirtschaftliche Situation von Einelternfamilien exemplarisch zu erfassen und Rückschlüsse auf politischen Handlungsbedarf zu ziehen.

Der wissenschaftliche Beirat von links nach rechts: Prof. Meier-Gräwe, Frau Schallenberg-Diekmann, Frau Bengelsdorf; abwesend: Prof. Bertram, Prof. Ziegler

Die Daten aus Berlin, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz zeigen bereits erste Tendenzen auf. Demnach kann schon jetzt festgestellt werden, dass sich die Inanspruchnahme der ergänzenden Kinderbetreuung positiv auf die sozioökonomische Situation der Alleinerziehenden und ihrer Kinder auswirkt: Mittelbar werden ihre Erwerbschancen erhöht und das Haushaltseinkommen stabilisiert.

Bei den teilnehmenden Alleinerziehenden steigt zudem die Zufriedenheit mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf nachweislich an und sie konstatieren mehrheitlich positive Veränderungen in ihrer Ausbildungs- und Erwerbssituation.

Hier finden Sie den
Zwischenbericht als Download
Hier finden Sie die
Pressemitteilung zur Veröffentlichung des Zwischenberichts als Download


Modellprojekt "Ergänzende Kinderbetreuung, Notfallbetreuung und Beratung für Einelternfamilien in Deutschland"

Im September 2014 ist das Modellprojekt "Ergänzende Kinderbetreuung, Notfallbetreuung und Beratung für Einelternfamilien in Deutschland" gestartet. Es wird von der Walter-Blüchert-Stiftung gefördert und vom VAMV Bundesverband in Kooperation mit den VAMV Landesverbänden Berlin, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz durchgeführt. Die Laufzeit beträgt drei Jahre, vom September 2014 bis August 2017.

Das Ziel des Modellprojektes ist es, Alleinerziehende zu unterstützen und exemplarisch zu zeigen, welche stabilisierende Wirkung eine passende flexible Kinderbetreuung auf die wirtschaftliche Situation in Einelternfamilien haben kann.

Mit dem Modellprojekt "Sonne, Mond und Sterne" wird der VAMV-Landesverband Nordrhein-Westfalen in Essen Betreuungslücken im gewohnten Umfeld der Kinder schließen. Der VAMV-Landesverband Berlin wird als Element ergänzender Kinderbetreuung auch Hol- und Bringdienste für Kinder anbieten, um die soziale und kulturelle Teilhabe von Kindern zu ermöglichen. Der VAMV-Landesverband Rheinland-Pfalz hilft - in Kooperation mit dem Jobcenter und der Arbeitsagentur Mainz - mit einem "Kinderbetreuungslotsen" den arbeitsuchenden Alleinerziehenden, für die eine Arbeitsaufnahme an fehlender Kinderbetreuung scheitert.

Alle drei Modellprojekte werden über drei Jahre durch den VAMV evaluiert und von einem externen wissenschaftlichen Beirat begleitet, um die Wirkung flexibler ergänzender Kinderbetreuung auf die wirtschaftliche Situation von Einelternfamilien exemplarisch zu erfassen und Rückschlüsse auf politischen Handlungsbedarf zu ziehen.

Eine kurze Vorstellung des Modellprojektes finden Sie hier.

Die Pressemitteilung zum Projektstart finden Sie hier.

Mehr Informationen zum Modellprojekt des VAMV Landesverbandes Berlin "Beratung und Unterstützung für Alleinerziehende bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf" finden Sie hier.

Mehr Informationen zum Modellprojekt des Landesverbandes Nordrhein-Westfalen "Sonne, Mond & Sterne" finden Sie hier.

Mehr Informationen zum Modellprojekt des Landesverbandes Rheinland-Pfalz "Kinderbetreuungslotse" finden Sie hier.

Wir danken der Walter Blüchert Stiftung für die Förderung des Modellprojektes.