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"Hilfe! Mir wird geholfen!"

Berlin, 4. Juni 2010. Die Button-Kampagne "Hilfe! Mir wird geholfen." wehrt sich gegen die Rhetorik, die Alleinerziehende in einem Atemzug mit Hilfsbedürftigkeit nennt. Alleinerziehende werden als hilflos, überfordert oder langzeitarbeitslos bezeichnet. Die Darstellung von Alleinerziehenden in Presse und Politik als einheitliche Gruppe, die Probleme hat und Hilfe braucht, ist falsch. Weder handelt es sich um eine einheitliche Gruppe noch um Problemfälle. Die ständige Betonung ihrer angeblichen Hilfsbedürftigkeit führt dazu, dass Alleinerziehende als Außenseiter/innen wahrgenommen werden.

Mit dem Button "Hilfe! mir wird geholfen." demonstrieren Alleinerziehende nach außen, dass sie nicht ständig mit Hilfeleistungen und Hilfsangeboten konfrontiert werden möchten. Sie wollen vielmehr die Gesetze so gestalten, dass sie ihrer modernen Lebensweise (und nicht überholten Rollenbildern) entsprechen. Alleinerziehende fragen, was das Ziel der Familienpolitik eigent-lich ist: Ein gut zu kontrollierendes Hilfesystem? Oder ein an Gleichstellung orientiertes Leistungsgefüge, das die unterschiedlichen Rechtsbereiche aufeinander abstimmt.

Richtig ist: Für rund 60 Prozent der Alleinerziehenden ist die Erwerbstätigkeit die wichtigste Einkommensquelle. Damit liegen Alleinerziehende leicht über dem Durchschnitt aller Privathaushalte (56,4 Prozent). 42 Prozent der Alleinerziehenden beziehen Leistungen nach dem Zweiten Sozialgesetzbuch. Sie sind aber nicht alle erwerbslos, sondern verdienen in Teilzeit und in Niedriglohnjobs oft nicht genug, um ihre Familie zu ernähren. In 30 Prozent aller Fälle wird kein Kindesunterhalt gezahlt und die Alleinerziehenden müssen dies teilweise oder voll kompensieren.

Dies ist das Resultat struktureller Hindernisse und unzureichender Gesetze: Es gibt immer noch kein flächendeckendes und zeitlich flexibles Angebot an Kindertagesbetreuung. Das erschwert es erwerbstätigen Müttern und Vätern, in Vollzeit oder überhaupt erwerbstätig zu sein. Schlecht bezahlte Teilzeitarbeit ist meistens nicht existenzsichernd. Der Gender Pay Gap beträgt in Deutschland 23 Prozent, d.h. Frauen verdienen weniger weil sie Frauen sind. Im internationalen Vergleich bezahlen Alleiner-ziehende außerdem deutlich höhere Steuern und Sozialabgaben als andere Lebensformen mit Kindern.

Der VAMV sieht das Alleinerziehen als eine mittlerweile normal gewordene Lebensphase an, die ganz für sich eine eigenständige Berechtigung neben all den anderen Lebensformen hat. Edith Schwab, Bundesvorsitzende, formuliert das politische Ziel des VAMV so: "Wir setzen uns dafür ein, dass Strukturen und Gesetze so geändert werden, damit sie allen Lebensformen mit Kindern zugute kommen. Wir wollen keine auf hilfsbedürftige Alleinerziehende ausgerichtete Politik."

VAMV Kampagne
Hilfe! Mir wird geholfen


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Pressemitteilung
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