Positionen

Klare Argumente dafür oder dagegen

Kindergrundsicherung, Kindergeld und Kinderfreibeträge

Die steuerlichen Kinderfreibeträge wirken sich je nach Einkommen der Eltern unterschiedlich aus. Somit werden Kinder nicht alle gleich, sondern gemessen am Einkommen ihrer Eltern behandelt. Wer viel verdient, bekommt eine hohe Entlastung für sein Kind, wer wenig oder gar nichts verdient, dem bleibt nur das Kindergeld. Dieses reicht bei weitem nicht aus, die tatsächlichen Kosten für Kinder zu decken. Das ist einer der Gründe dafür, warum die Kinderarmutsquote in Deutschland so hoch ist: Die Familien, insbesondere Alleinerziehende, können ihre Kinder nicht unterhalten - sie haben zu wenig Einkommen, sie erhalten zu wenig oder keinen Kindesunterhalt und die Ausgaben steigen ständig (z.B. Energiekosten). Die Folge ist: Über 1,5 Millionen Kinder leben von SGB II-Leistungen auf niedrigstem Niveau.

Hier finden Sie die Stellungnahme des VAMV, Bundesverband e. V. zur öffentlichen Anhörung am 20. Mai 2015 im Finanzausschuss des Bundestages zum Entwurf eines Gesetzes zur Anhebung des Grundfreibetrages, des Kinderfreibetrages, des Kindergeldes und des Kinderzuschlags. Für weitere Informationen finden Sie hier die Stellungnahme des VAMV zur Gesamtevaluation ehe- und familienbezogene Leistungen von 2014.

Der VAMV ist Mitglied im Bündnis Kindergrundsicherung. Zusammen mit anderen Verbänden und renommierten Wissenschaftler*innen fordert er, die Familienförderung vom Kopf auf die Füße zu stellen: Eine Kindergrundsicherung soll das soziokulturelle Existenzminimum von Kindern unbürokratisch und aus einer Hand sichern. Sie muss die realen Bedarfe von Kindern decken und Kinder wirksam aus der Armut holen. Je niedriger das Familieneinkommen, desto höher fällt der Betrag der Kindergrundsicherung aus. Die Kindergrundsicherung schafft soziale Gerechtigkeit und stellt eine direkte Förderung von Kindern dar, unabhängig von der Familienform.

Der Paritätische Wohlfahrtsverbande hat zusammen mit dem VAMV und weiteren Verbänden einen Flyer zur Kindergrundsicherung als Mittel gegen Kinderarmut veröffentlicht.