DER VAMV

allein erziehend - nicht ohne!

Entlastung durch mehr Kindergeld ist erneut Nullsummenspiel: Alleinerziehende, gebt Eurer Empörung Ausdruck!

Berlin, 22. September 2022. Alleinerziehende erleben derzeit eine böse Überraschung: Sind sie auf Unterhaltsvorschuss (oder SGB II) angewiesen, wird die angekündigte Erhöhung des Kindergeldes um 18 Euro zum Nullsummenspiel. Bei über 830.000 Kindern von Alleinerziehenden sinkt der Unterhaltsvorschuss um den gleichen Betrag, um den das Kindergeld steigen soll.

Kinder, die Unterhaltsvorschuss beziehen, haben weniger Geld zur Verfügung als Kinder, die Mindestunterhalt vom anderen Elternteil bekommen: Ihnen fehlt ein Betrag in Höhe des halben Kindergeldes – ab Januar 2023 sind das 118,50 Euro.

Steigt der gesetzliche Mindestunterhalt 2023, kann das zwar zu einem kleinen Plus führen. Die 18 Euro mehr Kindergeld kommen aber trotzdem beim Staat an, und nicht in den Haushalten von Alleinerziehenden. Hier wird erschreckend klar, dass Alleinerziehende durchs Raster fallen.

Wir protestieren jetzt! Viele Alleinerziehende treffen steigende Energiepreise und Lebenshaltungskosten besonders hart. Das Entlastungspaket muss auch für Alleinerziehende volle Wirkung entfalten! Die Höhe des Unterhaltsvorschusses als Unterhaltsersatzleistung muss sich an der Höhe des Mindestunterhalts zusammen mit dem halben Kindergeld orientieren, damit alle Kinder gleichbehandelt werden. Egal ob ihre Eltern Unterhalt zahlen oder nicht!

Spätestens mit Einführung einer Kindergrundsicherung muss jedoch sichergestellt werden, dass Entlastungen auch Kinder von Alleinerziehenden in voller Höhe erreichen, statt mit anderen Leistungen verrechnet zu werden.

Machen Sie mit! Der VAMV hat eine Protestaktion gestartet, bei der Sie eine Protest-Email an die Familienministerin Paus schicken können. Zur Protestaktion „Unterhaltsvorschuss erhöhen statt kürzen!“ geht es hier.

Lesen Sie die Pressemitteilung zur Protestaktion.

Wie wirkt sich die Inflation auf Alleinerziehende aus?

Berlin, 1. August 2022. Familien mit kleinen Einkommen und somit viele Alleinerziehende treffen die steigenden Lebenshaltungspreise und Energiekosten besonders hart. Denn aufgrund des mit 43 Prozent übermäßig hohen Risikos in Armut zu leben, hatten viele Alleinerziehende auch vor der Inflation bereits ihre Belastungsgrenze erreicht oder überschritten. Für sie gibt es keine finanziellen Puffer für Ungeplantes.
Der VAMV verweist in seinem Kurzpapier auf einem Handlungsbedarf, der in der Krise sowohl kurz- und mittelfristige Hilfen erfordert als auch die langfristige Perspektive nicht aus dem Blick verlieren darf.

Kurzpapier Auswirkungen Inflation für Alleinerziehende
Dossier Alleinerziehende unter Inflationsdruck
Stellungnahme zur Anhörung Auswirkungen der Inflation für Alleinerhiehende

 

 

Vom Kind aus denken: Grundsatzpapier zur Existenzsicherung von Kindern getrennter Eltern

Berlin, 5. April 2022. Seit Längerem diskutiert die Fachwelt über eine Reform des Unterhaltsrechts mit Blick auf ein Residenzmodell mit erweitertem Umgang und das paritätische Wechselmodell. Gleichzeitig beginnen Diskussionen, ob Leistungen für Alleinerziehende zwischen „getrennt erziehenden“ Eltern aufgeteilt werden sollten. Bei diesen Überlegungen zu Unterhalt und staatlichen Leistungen sieht der VAMV die Gefahr, dass es zu Konstruktionsfehlern zu Lasten der Existenzsicherung der Kinder kommt, wenn Aspekte wie erhöhte Kosten dieser Modelle oder ein zumeist unterschiedliches Startkapital von Eltern am Arbeitsmarkt nach einer Trennung im toten Winkel bleiben. Der VAMV hat ein 3-Stufen-Modell entwickelt, um daraus für unterschiedliche Betreuungsmodelle angemessene Folgen auf den Kindesunterhalt und für staatliche Leistungen abzuleiten.
Das Grundsatzpapier „Existenzsicherung Kinder getrennter Eltern. Reformbedarfe im Sozial-, Steuer- und Unterhaltsrecht“ finden Sie hier.

 

Keine Einzelfälle, sondern System: Studie kritisiert Praxis von Familiengerichten und Jugendämtern zu Lasten von Müttern und Kindern

4. April 2022. Eine neue Studie des Soziologen Dr. Wolfgang Hammer zeigt, dass es an Familiengerichten und in Jugendämtern zunehmend Verfahren gibt, in denen nicht das Wohl des Kindes bestimmend ist, sondern ideologisch motivierte Narrative zu Entscheidungen führen, die das Wohl von Kindern gefährden. In Urteilsbegründungen höchstrichterlicher Rechtsprechung sowie in Akten zu bundesweit hunderten Inobhutnahmen von Kindern alleinerziehender Mütter wegen einer vermeintlich zu engen-Mutter-Kind-Bindung ist Hammer auf Erzählungen gestoßen, wie Mütter würden Kinder entfremden oder Gewalt und Missbrauch nur erfinden, um den Umgang zu verhindern. Solche Narrative entziehen sich einer fachlichen und rechtlichen Begründbarkeit, sind aber die Grundlage für Entscheidungen, die fatale Folgen für Kinder und Mütter haben können.

Die Studie sowie Pressemitteilung und Faktenblatt finden Sie unter https://www.familienrecht-in-deutschland.de.

Koalitionsvertrag: Gute Grundlage für Verbesserungen bei Alleinerziehenden

Berlin, 18. Januar 2022. In einer Bewertung des Koalitionsvertrages hat der VAMV Pläne der Ampel für Alleinerziehende eingeordnet und erste Vorschläge für die Ausgestaltung gemacht. Mit einer Kindergrundsicherung und einer Steuergutschrift für Alleinerziehende plant die Ampel echte Verbesserungen für Alleinerziehende. Insgesamt gibt es Licht und Schatten. Bei vielen Vorhaben wird es auf das Kleingedruckte ankommen, bei Leistungen auf die Preisschilder - kommen unterm Strich auch tatsächlich Verbesserungen an?

Die vollständige Bewertung des Koalitionsvertrages finden Sie hier.

Stellungnahmen

Anhörung im Bundestag: Alleinerziehende in der Inflation nicht allein lassen

Berlin, 17. Juni 2022. Die aktuelle Inflation trifft viele Alleinerziehende so hart, da sie aufgrund ihres überproportional hohen Armutsrisikos keine finanziellen Puffer haben, um Preissteigerungen… mehr

Pressemitteilungen

Empörend: Entlastung durch Kindergeld für Alleinerziehende erneut Nullsummenspiel

Berlin, 22. September 2022. Alleinerziehende erleben derzeit eine böse Überraschung: Der Unterhaltsvorschuss sinkt ab Januar 2023 bei über 830.000 Kindern von Alleinerziehenden um den gleichen Betrag,… mehr

Der Bestseller! Das VAMV-Taschenbuch in der 24. Auflage 2020

Wo bekomme ich finanzielle Unterstützung? Was sind meine Ansprüche? Welche Rechte hat mein Kind? Antworten auf diese und viele weitere Fragen finden Sie im Taschenbuch: Alleinerziehend - Tipps und Informationen.