DER VAMV

allein erziehend - nicht ohne!

Reform des Sorge- Umgangs- und Unterhalts -wann geht die Debatte los?

Berlin, 7. November 2019. Die große Kindschaftsrechtsreform 1998, Unterhaltsrechtsreform 2008, Sorgerechtsreform 2013 - das Kindschaftsrecht ist immer wieder Gegenstand von Reformen. Nun steht wieder eine grundlegende Reform auf der Agenda. Für 2020 ist ein Entwurf mit Änderungen im Sorge-, Umgangs-und Unterhaltsrecht angekündigt. Wohin die Reise geht, steht noch nicht fest.

Die bereits erarbeiteten Ergebnisse einer AG des Justizministeriums zum Unterhaltsrecht warten in einer Schublade darauf, das Licht der Öffentlichkeit zu erblicken. Die vom Familienministerium in Auftrag gegebene Studie zu "Umgang und Kindeswohl" liegt seit dem Frühjahr dem Ministerium vor, Ergebnisse wurden allerdings ebenfalls noch nicht veröffentlicht. Wesentliche Grundlagen für eine Reformdebatte sind damit noch nicht öffentlich zugänglich, ein erster "Happen" wurde nun aber in die Öffentlichkeit gegeben: Das Thesenpapier einer Expert*innen-AG ist öffentlich, die grundlegenden Reformbedarf im Sorge- und Umgangsrecht sieht. Vernünftig klingt, dass die Expert*innen kein gesetzliches Leitbild für ein Betreuungsmodell vorschlagen, sondern individuelle Lösungen hochhalten.

Anlass zur Sorge gibt der Vorschlag, das gerichtliche Anordnen eines Wechselmodells im Gesetz zu verankern. Denn dies wird bei strittigen Eltern in der Regel nicht dem Kindeswohl dienen. Auch das automatische gemeinsame Sorgerecht unverheirateter Eltern wird nun wieder trotz des 2013 mühsam erarbeiteten Kompromisses (gemeinsames Sorgerecht auf Antrag) wieder auf die Agenda gesetzt. Gleichzeitig soll das Sorgerecht konzeptionell ganz anders gefasst werden als bislang.

Das Justizministerium wird nun im ersten Schritt die Thesen prüfen und bewerten. Der VAMV wird sich kritisch mit den Thesen befassen und sich in die anstehenden Debatten einbringen. Wichtig ist, dass eine Reform Rechte und Pflichten getrennter Eltern in ein ausgewogenes Verhältnis bringt, das Kindeswohl statt der Elternrechte in den Mittelpunkt stellt und beim Kindesunterhalt dafür sorgt, dass ein Kind in den Haushalten beider Eltern materiell gut versorgt werden kann.

Kindesunterhalt: VAMV fordert Solidarität nach Trennung!

Das Unterhaltsrecht für Kinder soll reformiert werden. Das wird insbesondere die unterhaltsrechtlichen Folgen für eine Betreuung im paritätischen Wechselmodell und bei erweitertem Umgang betreffen. Der Gesetzgeber muss hierfür faire Unterhaltsregelungen normieren, die weder den ökonomisch schwächeren Elternteil noch das Kind benachteiligen und gewährleisten, dass die Existenz des Kindes in beiden Haushalten gesichert ist.
Unter Beachtung der Lebensverlaufsperspektive muss dabei die Gestaltung des Familienlebens vor der Trennung in die unterhaltsrechtlichen Folgen einfließen. Der Verband alleinerziehender Mütter und Väter hat deshalb Eckpunkte für eine Reform des Kindesunterhaltsrechts entwickelt. Im Vordergrund steht dabei die Einführung eines Grundsatzes familiärer Solidarität nach Trennung.
Pressemitteilung
Solidarität nach Trennung – Worum geht es?
Die Forderungen im Überblick
Positionspapier: Eckpunkte für eine Reform des Kindesunterhaltsrechts

Starke-Familien-Gesetz - Verbesserungen für Alleinerziehende

Seit 1. Juli 2019 ist der Kinderzuschlag (KiZ) für Alleinerziehende geöffnet: Der Gesetzgeber hat die Anrechnung von Kindeseinkommen mit dem "Starke-Familien-Gesetz" verbessert. Ab dem 1. Januar 2020 treten weitere Verbesserungen bei der Anrechnung von Elterneinkommen in Kraft. Wurde Ihr Antrag bisher abgelehnt? Möglicherweise besteht jetzt ein Anspruch oder es könnte sich lohnen, 2020 einen neuen Antrag zu stellen!
Der KiZ ist ein Zuschlag zum Kindergeld von bis zu 185 Euro pro Kind. Der KiZ soll Eltern unterstützen, die mit ihrem Einkommen zwar für sich selbst, aber nicht für ihre Kinder sorgen können.
Den Flyer finden Sie hier.  

Stellungnahmen

Positionspapier: Eckpunkte für eine Reform des Kindesunterhaltsrechts

Berlin, 25. September 2019. Das Positionspapier steht unten als Download für Sie bereit.mehr

Pressemitteilungen

Daniela Jaspers neue Vorsitzende der AGF

Berlin, 29. Oktober 2019. Auf der heutigen Mitgliederversammlung wurde Daniela Jaspers einstimmig zur Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft der deutschen Familienorganisationen  (AGF) gewählt....mehr

Der Bestseller! Das VAMV-Taschenbuch in der 23. Auflage 2019

Wo bekomme ich finanzielle Unterstützung? Was sind meine Ansprüche? Welche Rechte hat mein Kind? Antworten auf diese und viele weitere Fragen finden Sie im Taschenbuch: Alleinerziehend - Tipps und Informationen.

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Was ist neu 2019?

In 2019 gibt es zahlreihe Änderungen: beim Kindesunterhalt und Unterhaltsvorschuss, Kindergeld und Regelsätze steigen. Auch Informationen zu gesetzliche Neureglungen wie der Brückenteilzeit finden Sie hier.