Kommentar zu zentralen Empfehlungen des 10. Familienberichts
Kommentar zu wichtigen Empfehlungen des 10. FamilienberichtsBerlin, 26.1.2026. Im 10. Familienbericht „Unterstützung allein- und getrennterziehender Eltern und ihrer Kinder“ sind umfangreiche Handlungsempfehlungen der Kommission formuliert. Viele unterstützt der VAMV ausdrücklich, manche ordnet er kritisch ein.
Die Kommission stellt heraus, wie wichtig es ist, im Arbeits-, Steuer- und Sozialrecht Rahmenbedingungen für die ökonomische Eigenständigkeit von Müttern zu setzen, damit diese im Lebensverlauf nicht systematisch Armutsrisiken ausgesetzt sind. Der Bericht hat gut herausgearbeitet, was die typische Mehrbelastung von Alleinerziehenden ausmacht und wie diese im Sozial- und Steuerrecht kompensiert wird – wenn auch bislang unzureichend. Vorschläge für einen besseren Schutz vor Gewalt unterstützt der VAMV ausdrücklich.
Mit Blick auf Begriffe und Leitbilder plädiert der VAMV für eine genauere Differenzierung. Der Begriff „alleinerziehend“ muss nicht nur im Recht, sondern auch in amtlicher Statistik und allgemeinem Sprachgebrauch erhalten bleiben: Alleinerziehende stehen vor besonderen Herausforderungen, da sie im Alltag die Verantwortung für Kindererziehung, Haushalt und Erwerbsarbeit meist allein tragen und somit eine typische Mehrbelastung. Diese muss sichtbar bleiben, um im Sozial- und Familienrecht angemessene Rahmenbedingungen für Alleinerziehende zu gestalten. Gleichzeitig teilt der VAMV die Einschätzung, dass in der amtlichen Statistik Schärfungen wünschenswert sind, etwa durch das Erfassen von Umgangsmodellen.
Insgesamt plädiert der VAMV dafür, gemeinsame Elternverantwortung durch entsprechende Anreize in Paarfamilien zu fördern und sie für Trennungsfamilien durch geeignete Rahmenbedingungen zu ermöglichen, insbesondere durch das Anerkennen von Umgangsmehrbedarfen im Sozialrecht.
Den Kommentar des VAMV zu den Empfehlungen des 10. Familienberichts finden Sie unten als Dounload.